Radroute 1725494 - powered by Bikemap 

Oslo-Hønefoss

Blick von Kleivstua nach Sundvollen im Regen

Die Tour beginnt am Fähranleger von Oslo, welcher so ziemlich mitten im Zentrum liegt. Der Hauptbahnhof ist nur ein Steinwurf entfernt eben so das neue Opernhaus, welches durch eine extravagante begehbare Gebäudehülle zum Entdecken einlädt. Die Route führt auf gut Markierten Velowegen zum Frognerparken und weiter Richtung Røa. Von Røa führt der Weg entlang einer Hauptstrasse aus der Stadt heraus bis nach Bærums Verk, ab hier ist die Route nicht mehr markiert, die allgemeinen Veloweg Symbole führen wie in den meisten Ortschaften lediglich zum Schulhaus, wir sind auf unserer Reise mehrfach solchen Schildern gefolgt und können davon nur abraten, insbesondre wenn der Veloweg, von der eigentlich Hauptstrasse wegführt, kann es sein, das man irgendwo landet und mühsam einen Umweg fährt.

Von Bærums Verk führt die Route durchs Lommedallen vorbei am Golfklub, bis die Strasse endet, ein markierter Radweg zweigt hier nach rechts ab und führt rund 20km auf einem Kiesweg durch den Wald bis nach Kleivstua. Der Weg steigt kontinuierlich bis auf 453m an und führt dann steil hinunter nach Sundvollen.


Parallel zur E16 geht es weiter Richtung Vik, kurz vor dem Ort gibt es eine Umleitung für Velofahrer, leider ist diese nur unvollständig markiert. Im Kreisel muss man nach Rechts auf den Viksveien abbiegen. Am Ortsausgang läuft die Route wieder parallel zur E16 und zweigt dann auf die R241 Richtung Jevnaker was eine schönere Variante ist als der Weg über Hønefoss und von dort entlang der R35, welche ziemlich stark befahren ist.


undefinedElvenga Camping in Hønefoss liegt ca 7km ausserhalb des Ortes an der alten Rv 7.

Hønefoss-Fluberg

R240 entlang dem Randfjordens
R240 entlang dem Randfjordens
Randfjordens bei Fluberg
Randfjordens bei Fluberg

Wer die Nacht auf dem Camping in Hønefoss verbracht hat und die R35 nach Jevnaker meiden will kann nach der grossen Hønefoss Bru nach rechts über die Brücke in den Ole Thorkekssens vei (FV163) einbiegen und diesem bis zur R241 folgen und dort nach links Richtung Jevnaker weiter fahren. In Jevnaker biegt die Route nach rechts auf die R35 ein und folgt dieser für ca. 3km, bevor sie scharf links unter der Bahnlinie hindurch auf die R240 führt. Entlang des Ufers des Randfjordens geht es weiter bis kurz vor Brandbu, wo die Route nach links auf die Fv40 abzweigt, um wenig später auf die R34 in Richtung Hov zu gelangen. Die Strassen entlang des Ufers sind nur wenig befahren, die Strecke ist relativ flach, durch den Fjord jedoch sehr Abwechslung reich.


Lyngstrand Camping 2862 Flubergundefined www.lyngstrand.no

Fluberg-Lillehammer

Die Route verläuft ca 7km weiter am Ufer des Randsfjorden und biegt dann bei Fluberg auf die R33 Richtung Gjørvik ein. Die Strasse steigt hier rund 400m hoch auf 523m und führt über eine schöne durch Alpwirtschaft geprägte Hocheben. Der schweisstreibende Aufstieg wird durch eine rasante Abfahrt belohnt. Kurz vor Tobru ist die R33 für Velofahrer gesperrt die Strecke führt auf der weniger befahrener F151 weiter nach Gjøvik.


Gjøvik liegt am Mjøsa dem grössten binnen See Norwegens. Von hier aus fährt der Skibladner, ein Schaufelradampfer aus dem Jahre 1856, nach Lillehammer. Die Region war 1994 Austragungsort der Olympischen Winterspiele, in Gjøvik steht das Olympische Eishockeystadion, welches komplett in eine Felskaverne gebaut wurde. Die einzige Schokoladenmanufaktur Norwegens findet man ebenfalls hier, die Erzeugnisse sind im Geschmack jedoch eher Bescheiden. Ich weiss, ich bin als Schweizer in mancher Hinsicht ein verwöhntes Kind….


Von Gjøvik führt ein markierter Veloweg nach Lillehammer, auf der Touristinfo ist eine detaillierte Velokarte für die Region erhältlich. Am Ortsausgang klettert die Strasse hinauf bis zum Rund 250m höher gelegene Bråstad. Von hier oben hat man eine atemberaubende Fernsicht auf den Mjøsa und Hammar. Die Strasse schlängelt sich teils steil Talwärts Richtung Rendale. Von hier verläuft der Veloweg relativ flach auf wenig befahren Bezirksstrassen entlang dem Ufer des Mjøsa bis nach Vingnes, wo eine Brücke über den See nach Lillehammer führt.


Alternativ kann der See bereits in Sandvoll überquert werden, um dann entlang der R213 nach Lillehammer zu gelangen.

Blick auf den Mjøsa von Bråstad
Blick auf den Mjøsa von Bråstad
Lågen bei Øyer
Blick Talaufwärts mit E6
Panaorama Blick über den Lågen
Panaoramablick Talabwärts über den Lågen
Wegweiser auf dem Höchstenpunkt
Der höchste Punkt nahe dem Kvitfjell

Lillehammer-Ringebu

Es sollte eigentlich eine gemütliche Sonntagsfahrt bei perfektem Wetter dem Lågen entlang werden. Wir wurden unterwegs jedoch eines Besseren belehrt.

Von Lillehammer führt die Strecke über die Vingnesbrua im Süden und biegt dann gleich nach rechts auf die R253 Richtung Fåberg ein. Im Kreisverkehr nehmen wir die zweite Ausfahrt, über queren die alte Stahlbrücke und biegen vor dem eigentlichen Ort links auf den Hunderfossvegen ein. Die Strasse steigt hier stetig an und führt mehrheitlich asphaltiert in einem stetigen Auf und Ab dem Lågen entlang. Die Strapazen werden jedoch durch einen wunderbaren Panoramablick über das Tal belohnt, das Verkehrsaufkommen ist sehr gering.

 

In Hunderfossen fährt man an der Olympische Bobbahn vorbei, hier gewann der Schweizer zweier Bob im Februar 94 die Goldmedalie, vom damaligen Glanz ist jedoch nicht mehr viel übrig. In Tretten erreicht die Strasse wieder den Talgrund hier gelangt man vorbei am Bahnhof über die moderne Brücke aus Holz und rostigem Eisen in den Ort. Die Route führt jedoch direkt beim Bahnübergang links auf der R254 Richtung Fåvang weiter. Ca. 1km vor Fåvang biegt die Strasse nach links nach Ringebu ab. Die Strasse klettert in unzähligen Serpentinen hoch bis zum 550m Hoch gelegenen Kvitfjell. Die Rohloff drehte im kleinsten Gang, der Schweiss floss in Strömen und die Beine brannte mehr und mehr. Wir haben uns unterwegs mehrfach erkundigt, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind, weil wir fast nicht glauben konnten, dass eine Veloroute durch ein solches Gelände führt. Die Abfahrt nach Ringebu war leider auch kein Vergnügen, die Schotterstrasse ist mit Schlaglöchern übersäht was eine zügige Fahrt mit Gepäck erschwert.

Ringebu-Otta

Hundorp Bru
Hundorp Bru
Sjoa bei Heidal
Sjoa bei Heidal
Blick auf Rondane
Blick auf Rondane

Von Ringebu mussten wir am Morgen die ersten Kilometer auf der E6 zurücklegen, was angesichts der hohen Verkehrsdichte definitiv kein Vergnügen war. Die grauen Wolken vom Vorabend hielten sich hartnäckig an den Berghängen, es blieb aber trocken und wurde gegen den Nachmittag gar sonnig.

In Sør-fron Verliesen wir die E6 und bogen nach links in Richtung Hundorp ab, nach der Brücke steigt die Strasse kurz an und biegt am Ortsausgang nach rechts Richtung Brenna ab. Die Route verläuft wie am Vortag in Panoramalage dem Hang entlang weiter Tal aufwärts.

In Vinstra erreichen wir das Ufer des Sjoa und folgen diesem auf einem relativ flachen Abschnitt bis nach Otta. Es war bisher die gemütlichste Etappe auf dieser Reise. Die Flusslandschaften sind hier noch natürlich, in weiten Schleifen mäandert das Wasser talwärts, bildet kleine zum Teil bewaldete Inseln und Sandbänke. Nebst den verstreuten Farmen gibt es kaum Siedlungen und entsprechend wenig Verkehr.

Otta-Hjerkinn

Wir haben uns die letzten Tage durch verschiedene Bergetappen ziemlich verausgabt oder vorher nicht genug Trainiert ? Deshalb haben wir Beschlossen einen Ruhetag einzulegen und das Hochplateau von Otta aus mit dem Zug zu erklimmen.

Die starkbefahrenen E6, auf welcher unsere Route von Otta weiter geführt hätte, hat uns diesen Entscheid zusätzlich erleichtert. Der dichte Verkehr ist ziemlich unangenehm, insbesondere wenn man sich im Schneckentempo der Berg hoch kämpft. Die grossen Brummis verkehre an Wochenende deutlich weniger dafür scheint es, als wäre alle Einwohner dieses Landes mit ihren Wohnmobilen unterwegs.

Der Zug bringt uns bis nach Hjerkinn, ausser einem Bahnhof, einer Jugenherberge und einem Camping gibt es hier oben nichts. Die Landschaft ist alpin, karg und in der Ausdehnung unglaublich weit.

Hjerkinn der höchste Punkt (Norwegen)
Hjerkinn der höchste Punkt
Auf der E6 vor Halland (Norwegen)
Auf der E6 vor Halland

Hjekinn-Halland

Kurz nach Hjerkinn haben wir mit 1026m den höchsten Punkt auf unserer Reise erreicht. Hier oben haben wir eine wunderbare Aussicht über das Dovrefjell, eine karge, unberührte alpine Landschaft. Im Westen sieht man die beiden Gipfel Svånåtindan 2078m und Snøhetta 2286m. Die E6 führt nun talwärts dem Driva entlang, durch enge Schluchten, welche der Fluss in den Felsen gefressen hat. Wir fahren an der Gaststätte und Bahnstation Kongsvoll vorbei ( Halt auf verlangen). Die Bergflanken türmen sich links und rechts hoch auf, die E6 führt ins Drivdalen, welches sich zunehmend öffnet und in eine Landschaft mit Bergwiesen, Obstbäumen und den typischen roten Holzhäusern übergeht. Kurz nach Tøftan liegt auf der rechten Seite ein Schiefer Steinbruch, die Strasse steigt hier kurz wieder an, bevor sie weiter Talwärts nach Oppdal führt.


Von Oppdal sind wir weiter der E6 Richtung Berkåk gefolgt, Sonntags ist hier vor allem Freizeitverkehr unterwegs, LKW sind wir kaum begegnet, so das die Route verkehrsmässig gut zu fahren war. Die Landschaft wird hier weiter, teilweise führt die Strasse durch ausgedehnte Wälder. Nach Berkåk nimmt der Verkehr spürbar zu und erreicht ein nerviges Ausmass, die Leute fahren am späten Nachmittag zurück von ihren Freizeitaktivitäten nach Trondheim. Wir fahren noch ein kleines Stück weiter bis zum Halland Camping, welcher direkt zwischen Strasse und dem Fluss Bjørbekken liegt.

Halland- Trondheim

Der Fluss Gaula in der Nähe von Hovin (Norwegen
Der Fluss Gaula in der Nähe von Hovin
Landstrasse bei Melhus(Norwegen)
Landstrasse bei Melhus

Von Halland aus geht es weiter auf der E6 Talwärts, die Strasse wird hier wieder deutlich breiter was auf einen höher Verkehrsdichte schliessen lässt. Zumindest an diesem Montag morgen war es zu unserer Freude eher ruhig, blauer Himmel, Sonne was will man mehr.

Kurz vor Støren ist die E6 für Velofahrer gesperrt, eine alternative Route führt auf der linken Seite in den Ort hinein. Beim Schulhaus landet man in einem Kreisverkehr, die Beschilderung ist hier für Velofahrer ziemlich verwirrend, die Route führt unter der Hauptstrasse hindurch in Richtung Einkaufcenter und führt dann, weiter durch den Ort.

Wir begnen einem der seltenen Velofahrer, ein Offshore Arbeiter aus Bronøysund, ein Ort den wir später noch kennen lernen werden.

Am Ortsausgang wird man leider wieder auf den Radweg, welcher entlang der E6 führt gezwungen. Die Strasse, welche geradeaus führen würden, ist als Privatweg gezeichnet. So folgen wir dem Veloweg entlang der E6 bis kurz nach Foss und biegen dann nach Links Richtung Hovin ab. Kurz nach Moen biegen wir nach rechts in den Grinnivegen ein, welcher uns entlang dem linken Flussufer praktisch ohne Verkehr bis nach Kvål führt. Von hier ist die E6 für Fahrräder gesperrt, markierte, zum Teil kaum befahrene Wege, führen durch Wiesen und Kornfelder nach Melhus.

Kurz nach dem Ortsausgang landet man auf einer riesigen Kreuzung, mit dem Velo biegt man hier nach rechts ab und kann die Strasse durch die Unterführung sicher überqueren. Die Regionalstrasse führt über Heimdal ins Stadtzentrum von Trondheim. Nach einem ausgedehnten Stadtbummel fuhren wir weiter nach Flakk, wo der Camping direkt am Fähranleger liegt.

 

Flakk-Inderøy

Fähre nach Røvik
Trondheimfjord-Flakk ganz hinten am Horizont
Straumen

Wir haben etwas ausserhalb von Trondheim auf dem Flak Camping übernachtet, dieser liegt gleich am Fähranleger der Verbindung nach Rørvik. So war die halbstündige Überfahrt auch der Auftakt zu dieser Tages Etappe.

Von Rørvik folgt die Route der R755. Die einsame Strasse schlängelt sich in Hanglage der Küste entlang, kurze Abfahrten folgen auf kurze Anstiege flach ist es hier nie. In Lekvik gibt es zwei Routen Varianten, entweder man folgt weiter der R755, diese klettert auf ein 650m hohes Plateau. Oder man folgt der Naturstrasse via Tronvik nach Mosaik. Der Weg ist ziemlich ausgewaschen und extrem steil. Warum diese Variante auf der offiziellen Fahrradkarte eingetragen ist, ist mir rätselhaft. Als MTB-Tour mag dass Spass machen, mit Gepäck hält sich das Vergnügen in Grenzen. Die steilen Anstiege zerren an den Kräften, die Abfahrten sind anspruchsvoll. Irgendwann haben wir Mosvik doch noch erreicht.

Wir überqueren den Fjord auf der Skarnsundbrua einer grossen Hängebrücke am Ortsausgang von Mosvik. Die Hauptstrasse führt durch eine hügelige, landwirtschaftlich geprägte Landschaft nach Straumen, doch im Gegensatz zu unserem Offroad Abenteuer kommen wir hier wieder zügig voran. In Straumen biegen wir am Ortsausgang nach links Richtung Røra ab.

Die Route um zum Koa Camping in Inderøy zu gelangen führt die letzten 2km über die vielbefahrene E6. An der Rezeption angekommen beginnt ein Gewitter und wir Übernachten in einer trockenen Cabin.

Inderøy-Namsos

Abzweiger von der R761 auf die E6 vor Steinkjer
Landstrasse auf dem Weg nach Namsos

Vom Camping geht es den gleichen Weg wie wir gestern gekommen sind zurück nach Straumen dort biegen wir auf die R761 Richtung Steinkjer ein. Die Strasse biegt 7.5km vor Steinkjer auf die E6 ein, dort gibt es jedoch einen markierten Veloweg bis ins Stadtzentrum.


Steinkjer ist eine kleine Stadt mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Auf der Touristinfo holen wir uns den Reiseführer des Kystriksveien. In dem kleinen Büchlein findet man relevante Informationen zur Touristenstrasse RV17, auf welcher wir weiter nach Norden gelangen werden.

Da die E6 durch einen langen Tunnel führt, welcher für Velos gesperrt ist, verlassen wir die Stadt auf der markierten Velo-Route in Richtung Namsos. Kurz vor dem Abzweiger auf die RV17 führt die Route für ca. 1km über die E6. Die Strasse führt wie schon am Vortag durch eine hügelige, landwirtschaftlich geprägte Landschaft vorbei am Ufer des Hjellbotn nach Namdalseid. Von hier geht's dem Lygnen Fjord entlang nach Namsos. Die Strasse ist sehr wenig befahren und die Landschaft zauberhaft.

Namsos-Hofles

Urdsvatnet
Überfahrt nach Hofles

Der Camping in Namsos liegt etwas ausserhalb, direkt am Flugfeld des regionalen Flughafens und ist nicht ganz so idyllisch. Wir verlassen die Stadt auf der R769 weiter Richtung Norden. Am Ortsausgang führt die Strasse durch einen Tunnel, welcher für Fahrräder gesperrt ist, eine alternativ Route über den Hügel ist markiert. Die Strasse ist kaum befahren und führt durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, sanfte Hügel, Wälder und bezaubernde Fjorde wechseln sich ab.

Ab dem Weiler Brekksillan steigt die Strasse während 7km auf rund 150m an, es ist eine dieser fiesen nicht enden wollenden Steigungen, wie sie hier häufig vorkommen. Doch die Mühe lohnt sich, wer auf dem Gipfel die steinige Böschung auf der rechten Strassenseite erklimmt, hat einen fantastischen Ausblick auf den Urdsvatnet, ein Ausblick, welcher den meisten motorisiert Reisenden entgehen wird. Nach einer kurzen Abfahrt erreichen wir wieder die Küste, die Strasse schlängelt sich weiter dem Ufer entlang, durch Wäldchen vorbei an Felsen, bis sie am Fähranleger in Lund endet.
Mit der Fähre setzen wir über nach Hofles wo wir nach ca. 2km auf einem Camping an der Küste haltmachen.

Hofles-Venesund

Warten auf die Fähre

Es ist feucht und grau heute Morgen, der Nebel hängt tief, die Sicht reicht nicht sehr weit. Wir machen uns auf Richtung Kolvereid, wo wir erstmals unsere Vorräte wieder aufstocken wollen, die Einkaufsmöglichkeiten sind hier oben etwas spärlicher, was eine vorausschauende Planung notwendig macht.

Wir verlassen Kolvereid auf der R770 weiter nordwärts, die Strasse führt durch einsame Wälder, Verkehr ist kaum vorhanden. Nach ca. 8km biegen wir nach rechts auf die R771 ein, die Strasse verläuft relativ flach durch alpin geprägte Wälder und bezaubernde Küstenabschnitte. In der Nähe von Bogen biegt die R771 nach rechts über eine Brücke ab, wir folgen hier der R802, welche uns zurück zur RV17 bringt. Am Horizont taucht der 1063m hohe Heilhornet auf, die Strasse ist noch immer flach und das bedeutet erfahrungsgemäss nur eines, irgendwo wo da hinten geht es hoch.

Als wir in Kjelleidet auf die RV 17 einbiegen treffen wir Radreisende aus Frankreich die denselben Weg vor sich haben. Die Route steigt hier wie erwartet steil an und führt durch drei Tunnels um den Lysfjorden herum hinunter zum Fähranleger in Holm. Mit der Fähre setzen wir über nach Venesund und fahren im Nieselregen bis zum Camping. Hier gibt es zum Glück eine trockene Küche, in der wir uns aufwärmen können.

Venesund -Tjøtta

RV17 bei Vennesund
Ausblick über den Fjord bei Forvik
Sonnenutergang in Sørøffersøy

Die Landschaft ist wolkenverhangen, die Strasse verläuft zum erstmal auf dieser Tour flach dem Fjord entlang, dafür stellt sich ein kräftiger Wind gegen uns. Den Torghatten können wir zwar sehen, aber das berühmte Loch in Felsen ist leider nicht zu erkennen. In Brønøysund gibt es zum ersten Mal Sonne. Nun sind wir also im Heimatort des Bikers, welchem wir vor ein paar Tagen unterwegs begegnet sind.

Von Brønøysund Fahren wir nach Horn, wo wir mit der Fähre Andalsvåg übersetzen. Die Strasse führt 17km der Küste anklang zum Fähranlerger in Forvik. Der Fährfahrplan ist so gestaltet, dass man die 17km mit dem Auto zurück legen kann und in Forvik Anschluss auf die nächste Fähre hat. Mit dem Velo geht dieser Plan nicht auf und da Samstag ist müssen wir lange auf das nächste Schiff warten. Am Fähranleger gibt es jedoch eine Kaffeerösterei und so kommen wir in den Genuss von erstklassischem Kaffee, was hier oben eine Rarität ist.

Das Wetter ist spitzenmässig gut, unter blauem Himmel setzen wir spät abends über nach Tjøtta. Wir folgen der Strasse weiter nach Norden bis zum Camping in Sørøffersøy. Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang geht der Tag zu Ende.

Offersøy- Nesna

Helgoland Bru steil hoch
Helgoland Bru geschafft

Es ist Sonntag, das Wetter ist prächtig und wir fahren weiter auf der RV17 nach Norden. Die Strasse verläuft um den Fjord herum vorbei am Museum, welches dem undefinedNorwegischen Dichter Peter Dass gewidmet ist  nach Sandnessjøen.

Hier stellen wir wiedermal fest, dass eine Tourist-Info immer nur dann geöffnet hat, wenn keine Touristen unterwegs sind. Dies wäre vielleicht einmal ein Punkt über, welchen sich die Touristiker Gedanken machen sollten, mit Steuergeldern eine Dienstleistung anbieten die keiner nutzen kann ist ziemlich fragwürdig aber letztlich ein sehr weit verbreitetes Phänomen. Immerhin finden wir am Fähranleger heraus, wie wir morgen von Nena mit dem Schnellboot weiter kommen werden.

Wir überqueren den Fjord über die imposante Helgoland Bru und treffen auf der anderen Seite einen Velofahrer aus Deutschland, er ist unterwegs nach Süden. Die Strasse verläuft bis nach Melkaremma relativ flach und steigt noch eimal steil an, um in rasanter Abfahrt direkt zum Fähranleger zu gelangen. Wir haben Glück und können direkt auf die Fähre nach Nena fahren.

In Nena übernachten wir auf dem Camping am Hafen, von wo es morgen früh per Schnellboot weitergeht.

Ørnes- Saltstraumen

Hurtig Bat in Ønes
Sjerstadfjorden

Mit dem Hurtigbat fahren wir früh Morgens von Nesna nach Ørnes. Die Fahrt dauert etwas 70 Min und bietet einen Ausblick auf eine atemberaubende Fjordlandschaft. Wir ersparen uns durch die Reise mit dem Schnellboot eine mühsame Reise, auf der wir insgesamt 5 Fähren hätten benutzen müssen, was viel Zeit kostet und oft eine lange Warterei mit sich bringt.

 

Von Ørnes fahren wir mit dem Velos weiter in Richtung Saltstraunmen. Bis zum 3000m langen Storbvikskartunnel verläuft die RV17 flach der Küste entlang, danach geht es mit den gewohnten Hügeln weiter bis nach Munnavika, wo die Strasse deutlich ansteigt. Es folgen drei kleinere Tunnels gefolgt von einer schnellen Abfahrt nach Sundsfjorden, worauf gleich ein zäher Aufstieg folgt. Bei Nygådsjoen steigt die RV 17 noch einmal kräftig hoch zum Valnesvatnet, einem malerischen Bergsee umringt von hohen Gipfeln.
Wir sind mitten in den Bergen, und weil die am Meer stehen, geht es ständig von Meereshöhe steil Hoch über irgendeinen Pass und genau so steil wieder hinunter an die Küste. Insgesamt ist die Etappe sehr anspruchsvoll und bringt uns an die Grenzen der Kräfte. Den Saltstraumen der mächtigste Gezeitenstrom der Welt überqueren wir auf einer riesigen Brücke und übernachten auf dem Camping am anderen Ufer.

Saltstraumen- Kjerringøy

Die RV 17 führt aus dem Ort heraus. Da für die Autos eine Umfahrungsstrasse gebaut wurde, ist die Strecke bis Løding praktisch verkehrsfrei. Unterwegs treffen wir auf einen Fuchs, der ,in der Meinung es hätte ihn keiner gesehe, zum Hünerhaus schleicht.

Wir gelangen auf die R80, welche uns nach Bodø führt, der abgetrennte Veloweg verläuft parallel zur Hauptstrasse bis ins Zentrum und ist sehr angenehm zu fahren. In Bodø besorge ich mir erstmal neue Handschuhe, da die anderen irgendwo unterwegs liegengeblieben sind, trinken wieder einmal einen richtigen Kaffee und decken uns mit Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Am Hafen von Bodø verlassen wir die Stadt über die R834, sie verläuft relativ flach der Küste entlang bis nach Valvik, wo erneut der Berg ruft. Die frisch asphaltierte Strasse klettert hoch zum Steigtindvarnet, einem grossen Bergsee, Trinkwasserquelle für Bodø. In Festvåg setzen wir mit der Fähre über auf die Halbinsel Kjerrigøy. Der neue Fähranleger und die 11km lange Strasse ins Dorfzentrum scheinen arg überdimensioniert, zumal es hier nur eine Handvoll Häuser gibt. Das Dorf ist jedoch sehr schön und unbedingt einen Besuch wert, an den Wochenenden hat hier sogar ein kleines Kaffee mit angeschlossener Bäckerei geöffnet, schade ist Montag. Etwas weiter finden wir einen schönen Campingplatz, da es mittlerweile wieder regnet, gönnen wir uns ein trockenes Bett in einer Cabin.

Kjerringøy -Leinesfjord

Blick auf Tårnvik
Restaurant und Bootsanleger

Irgendwie ist das hier eine ziemlich verrückte Gegend, die Strasse nach Tårnvik wird immer schmaler und schlechter, bis praktisch nur noch ein Feldweg übrig ist und am Ende dieser Strasse soll ein Schnellboot fahren. Zu unserer Überraschung gibt es am Bootsanleger ein grosses Restaurant, hier kann man sich auch eine Fischerhütte mieten und auf der Terrasse an der Sonne wunderbar auf das Boot warten. Leider ist Sonne gerade ausverkauft, das Boot kommt aber tatsächlich und bringt uns nach Nordfold. Nun haben wir noch ca 8km bis nach Leinesfjord zurückzulegen. Hier finden wir Platz auf einem kleinen Self-Service Camping, WC Dusche und ein Sparschwein für die Übernachtungsgebühren.

Leinesfjord-Bogøy

Auf dem Weg nach Bogøy
Die Lofoten am Horizont

Die Sonne scheint wieder und wir unternehmen eine kleine Fahrt durch eine malerische Landschaft bis nach Bogøy. Es ist erst Mittag und das Hurtigbåt nach Svolvær fährt erst am frühen Abend. So beschliessen wir die Insel Engeløya zu umrunden (ca.30km) und werden mit einer fantastischen Aussicht auf die Lofoten belohnt. Landschaftlich ist es hier toll, mir fehlen aber ein bisschen die langen Etappen, ich bin nicht der Typ um rum zu sitzen ich mag es, wenn es vorwärts geht. Nach der Bootsfahrt erreichen wir am Abend Svolvær, nach einer kurzen Irrfahrt durch den Ort finden wir in Kablvåg einen netten Campingplatz.

Kabelvåg- Flakstad

Blick auf Leknes
Kurz nach Napp
Strand in Flakstad

Nach einem Regentag ist die Sonne wieder da. Wir starten die Tour direkt vom Camping in Kabelvåg und ziehen auf der E10 in Richtung Leknes. Der Verkehr ist zu dieser Jahreszeit ziemlich entspannt. Die Fahrt geht zügig voran, zumal es kaum Steigungen gibt. In Kleppstad überqueren wir den Gimsøystraumen und verlassen die Insel um zwei Brücken weiter auf Vestvågoy zu landen. Gleich nach der Brücke biegen wir nach links auf die R815 ein, diese führt uns auf einer kleinen Strasse der Südküste entlang um die Insel. Hier gibt es kaum noch Verkehr. Wir ziehen durch eine zauberhafte Künstenlandschaft, vorbei an steilen Klippen und friedlich grasenden Schafe. Nach einer kurzen Steigung gleiten wir hinunter nach Leknes dem Hauptort der Insel. Eigentlich wollten wir hier übernachten, doch irgendwie war das mit dem Campingplatz eine Fehlinformation, da ist keiner. So machen wir uns wieder auf den Weg, es ist mittlerweile 16h. Die Route führt über die E10, welche hier deutlich mehr befahren ist, zum Glück ist die Touristensaison vorbei sonst wäre das hier eine Autobahn und kein Vergnügen. Nach etwa 5km unterqueren wir den Fjord durch den 1.8km langen Nappstraumentunnel. Die Einfahrt in den Tunnel wird durch ein leichtes Gefälle erleichtert, es vermittelt das Gefühl schnell wieder aus dem Loch heraus zu kommen, ein Irrtum. In der Tunnelmitte ist der tiefste Punkt erreicht und die Strasse steigt langsam bis zum gegenüberliegenden Portal an.

Wieder am Tageslicht angekommen durchqueren wir ein ca. 6 Kilometer langes Tal und gelangen am Ende in den Weiler Vareid. Einheitlich wäre es nun gut mit Velofahren, der Camping liegt jedoch auf der gegenüberliegenden Seite des Fjordes. Das heisst, man muss an einem Ufer bis ans Ende fahren und auf der anderen Seite wieder zurück, aus 1 Kilometer Luftlinie werden so 11Kilometer Strasse.

Der Campingplatz liegt direkt an einem langen, schneeweissen Strand, das Meer schimmert türkis und der Himmel ist blau, zauberhaft.

Flakstad- Moskenes

Nusfjord
Brücke über den Kåkersundet
Hafen von Reine

Unsere letzte Etappe beginnen wir mit einem Ausflug zum Nusfjord. Die Route führt uns auf der E10 ein Stück zurück und biegt dann bald auf eine kleine Strasse ab, steigt steil an und führt uns hinunter zum Nusfjord. Der Nusfjord ist eine kleine Fischersiedlung, welche heute touristisch herausgeputzt und mehr oder weniger ein Freilicht-Museum ist, schön zum gucken und um kurz einen Kaffee zu trinken.

Danach geht es auf der E10 weiter nach Moskenes, die Strasse ist praktisch leer, wirkt vielerorts arg überdimensioniert und lässt erahnen, was hier zur Touristensaison los ist, wir sind froh erst jetzt unterwegs zu sein, so können wir die Landschaft in Ruhe geniessen. In Moskenes fahren wir gleich weiter bis ans Ende der Insel nach Å. Wir erinnern uns an einen Campingplatz auf, welchem wir vor 13 Jahren mal waren, leider ist der nicht mehr da. Der Ort touristisch aufgemöbelt, die Backpacker Atmosphäre von einst verschwunden. Ist es die Welt die sich verändert oder unser Blick auf sie? Etwas enttäuscht fahren wir zurück nach Moskenes und übernachten da auf dem Camping gleich am Fähranleger. Morgen geht es zurück nach Bodø.